ENTSTEHUNG DER RASSE

Noch 1860 weideten mehr als 800 000 Schafe in Holland. Um sie von kostbaren Ländereien fernzuhalten legten die Bauern riesige Erdwälle an. Ausbrecher wurden auf Kommando und Fingerzeig des Hirten von dem Schäferhund zurück zur Herde geholt.

 

Ende des 19. Jahrhunderts begannen sich die Kynologen für die Schäferhunde zu interessieren. Am 11. / 12. April 1874 erschien der erste „Inländische Hirtenhund“ auf einer Ausstellung in Amsterdam. Vier Jahre später wurde die Rasse als „Hollandse Herdershond“ bezeichnet, was jedoch einige Verwirrung stiftete. Eigendlich war der Holländer ein Niederländer und nicht im ganzen Königreich verbreitet.

 

Im Gegensatz zu Deutschland und Belgien ergriffen die Niederländer nie richtig die Initiative für die Reinzucht. So blieb dieser Hund ein Bauern- und Schäferhund ohne bekannte Abstammung. Im Juni 1898 legte der „Nederlandse Herdershonden Club“ (NHC) die erste Rassekennzeichnung fest, doch hatte man nur ungenaue Vorstellungen, wie sie aussehen sollten. 1906 wurde der Standard gründlich überarbeitet, da immer wieder zu kleine, leichte und windhundartige Tiere auftauchten. Es blieben drei Varietäten übrig: Der Langhaar, der Kurzhaar und der Rauhhaar.

 

Die Schäfer und Bauern hatten jedoch immer noch kein Interesse an der Reinzucht, für sie zählte allein die Gebrauchstüchtigkeit ihrer Hunde. Als dann das Heideland umgewandelt wurde, verschwanden die Schafherden und auch die Hunde verloren ihre Aufgaben.

 

Wenige Liebhaber widmeten sich nun der Rasse und suchten nach einem neuen Beruf für ihre Hunde. 1907 wurde ein Rundschreiben vom NHC an die Polizei verschickt und tätsächlich stellte sie einige Tiere als Spurenhunde ein. Erst 1960 anerkannte die FCI den Holländischen Schäferhund als eigenständige Rasse.

 

Stiefkind der eigenen Rasse blieb lange Zeit der langhaarige Vertreter. 1908 wanderte der bedeutenste Züchter in die USA aus und diese Varietät verschwand beinahe vollkommen. Einige wichtige Zuchttiere fielen dem zweiten Weltkrieg zum Opfer und es dauerte mehr als zehn Jahre, bis wieder eine gute Zuchtbasis gefunden war. Heute scheint die Zucht dieser Art gesichert zu sein.